<< Der Mensch lebt inmitten von Qi, und Qi erfüllt den Menschen.
Angefangen bei Himmel und Erde bis zu den zehntausend Wesen
braucht alles Qi, um zu leben. >>
Huang Di Nei Jing
Qigong wird meist als "Arbeit mit der Lebensenergie“ oder „Übungen zur Kultivierung des Qi“ übersetzt.
Das Wort Qi hat im Chinesischen viele Bedeutungen aber einen gemeinsamen Nenner: es bezeichnet eine sehr feine und wichtige Substanz. Qi beschreibt die Kraft, die das Lebendige vom Toten unterscheidet. In der Chinesischen Medizin steht Qi für Lebenskraft und Lebensenergie. Gong bedeutet Arbeit, Mühe, im weiteren Sinne auch Können, das man sich mit viel Mühe und Zeit erworben hat.
Qigong ist ein Begriff, der erst seit ca. 80 Jahren Verwendung findet und heute die Gesamtheit der traditionellen und modernen Methoden der chinesischen Energiearbeit umfasst. Früher wurden dafür die Begriffe "Yangshen" (Pflege des Lebens) und "Daoyin" (Übungen des Dehnens und Leitens) verwendet.
Die Methoden des Qigong, die sowohl in China als auch außerhalb gelehrt werden, sind zum Teil neue Entwicklungen, die moderne Erkenntnisse mit der jahrtausendalten Tradition der Arbeit mit dem Qi verbinden. Während im modernen Qigong vor allem der medizinische Aspekt betont wird, war die Energiearbeit, sowohl in der taoistischen als auch in der buddhistischen Tradition, schon immer eng mit der spirituellen Entwicklung verbunden.
Heute praktizieren weltweit immer mehr Menschen Qigong. Qigong-Praxis öffnet einen Weg, auf dem jeder Einzelne selbstbestimmt etwas für seine physische und psychische Gesundheit tun kann. Menschen, die ihre Lebenskraft kultivieren, entwickeln mit der Zeit ein natürliches Verständnis dafür, was lebensfeindlich und was lebensfreundlich ist.
Sie lernen mit der Natur anstatt gegen sie zu leben.
Was zeichnet Qigong im Vergleich zu anderen Bewegungsformen aus?
Für alle geeignet:
Qigong ist leicht zugänglich – unabhängig von Alter oder körperlicher Verfassung – und kann von nahezu jedem Menschen praktiziert werden, ob jung oder alt, mit oder ohne Bewegungserfahrung.
Einfacher Einstieg:
Die Übungen sind leicht zu erlernen, erfordern keine besonderen Vorkenntnisse oder Ausrüstung und lassen sich individuell anpassen.
Verbunden mit der Natur:
Besonders wirksam entfaltet sich Qigong in der freien Natur – sei es im Park, auf einer Wiese oder unter Bäumen. Es braucht keine Matte, keinen Raum, nur einen ruhigen Platz im Grünen.